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Ankündigungen

Uranus mit freiem Auge auffinden – gelungen am 21.9.2020

Der Planet Uranus steht an und für sich nicht so auf der Liste der für gute Sichtbarkeit bekannteren wir Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Letztere drei sind aktuell prominent am Abendhimmel sichtbar: Jupiter und Saturn bereits schon nach Sonnenuntergang im Süden; der Mars folgt etwas später im Osten.

Jetzt ist allerdings auch der Uranus relativ gut auffindbar und mit mag 5,85 knapp auch noch ohne Hilfsmittel erkennbar – ausgezeichnete Nachtfinsternis und konzentrierte Augen sowie Kenntnis der Position vorausgesetzt. Beinahe noch Neumond und passende Wetterlage tragen das ihre dazu bei:

Stellarium für 15.9.2020 23:30 MESZ; Plejaden links unten, Mars rechts mitte, Uranus dazwischen

Uranus befindet sich ziemlich genau auf der Linie zwischen Mars und den Plejaden etwa 1/3 der Distanz der beiden vom Mars entfernt und unterhalb des Widder (Hauptstern Hamal, alpha Ari).

Besser geht’s natürlich mit Fernglas und Teleskop.

Hier ist ein Ausschnitt, der einerseits mit 300 mm Tele an einer Canon M5 entsteht (roter Rahmen) oder etwa auch mit einem Fernglas mit Öffnungswinkel 6° sichtbar ist:

Stellarium für 15.9.2020 23:30 MESZ; Ausschnitt für Teleobjektiv oder Fernglas.

Mars befindet sich aktuell im Sternbild „Fische“, Uranus im Sternbild „Widder“.

Daten zu Uranus

  • Umlaufzeit um die Sonne – 84 Jahre
  • Entfernung zur Sonne – 2.800.000.000 km = 18,7 AU (AU .. Entfernung Erde zur Sonne)
  • Durchmesser – 50.724 km (4 x Erde)
  • Scheinbarer Durchmesser (aus Sicht Erde): 4″ = 1/500 scheinbarer Monddurchmesser.

Mein erstes Beobachtungsergebnis vom 15./16.9.2020, jeweils vor Mitternacht, Grieskirchen

An beiden Abenden war gutes Seeing. Allerdings ist insbesondere in Horizontnähe doch der örtliche Lichtschein vorhanden, sodass ich Uranuns nicht mit freien Augen erkennen konnte. Mit Fernglas und Fotoapparat war allerdings ein Erkennen bzw. Festhalten möglich.

Uranus Mitte Rechts Bildgröße 4,3° x 2,8°; Canon M5 mit 300mm; 1s, F4.0, ISO12800

Weitere Beobachtung 21.9.2020 3:15 MESZ , Grieskirchen –
Sichtung mit freiem Auge gelungen

Hier stand Uranus mit einer Höhe von 56° südlich ziemlich günstig. Das Seeing war grandios – der Orionnebel knallte förmlich im Südosten stehend herunter. Die Augen waren durch die Nachtruhe schon sehr gut dunkeladaptiert. An den vorangegangenen Nächten hatte ich mir mit dem Fernglas (Sichtung Uranus ohne Problem) die Suchposition schon vordefiniert. Es bedurfte einiger Konzentration und Übung der Vornächte, ohne Hilfsmittel die passende Region nach dem Uranus zu durchsuchen, was schließlich gelang. Nach etwa 5 Minuten war die Konzentration schon geschwächt, mit Fernglas bestätigte ich mir schließlich den Fund.

Zu beachten war weiters, dass zwar im Sehzentrum die Sensoren am dichtesten liegen, aber empfindlicher sind diese etwas außerhalb davon. Also musste ich mich auf die etwas daneben liegende Peripherie konzentrieren. Ich hatte tatsächlich den Schein des Uranus (mag 5,85) wahrgenommen.

Stellarium vom 21.9.2020 3:15 MESZ – Positionierung des Uranus unterhalb Aries, neben den Pleiades.

Zur Kontrolle der Sichtbarkeitsgrenze dienten dabei auch die Sterne nahe des darüberliegenden Widders (Aries): Der letzte der vier Widdersterne rechts (Gamma Ari) hat mag 4,65, knapp unter der rechten Hälfte des Widder liegen fünf Sterne mit steigender Magnitude innerhalb von 5°: mag 5,14 – 5,20 – 5,35 – 5,70 – 5,80. Die Helligkeiten berücksichtigen bereits die entsprechende Luftmasse im Sehstrahl.

Stellarium vom 21.9.2020 3:15 MESZ – Auf die entsprechenden Luftmassen reduzierten Helligkeiten von Uranus und den Vergleichssternen.

Bedeckung Venus durch Mond Fr 19.6.2020 10 Uhr MESZ

Selten wird die Venus durch den Mond bedeckt – nicht immer sichtbar, dauert diese weniger als 1 h in der beide von unserer Position aus über dem Horizont sein müssen. Morgen ist jedenfalls wieder Gelegenheit – die Zeiten gelten für Wels/Grieskirchen/OÖ:

Eintritt 10:05 MESZ
Austritt 10:50 MESZ

Dabei befinden sich beide 22°50′ der Sonne voreilend – der Mond zeigt eine sehr zaghafte Sichel mit 4%. Deshalb ist die Sichtung mit viel Vorsicht, einem Fernglas oder Teleskop zu beobachten – falls auch grad keine Wolken dazwischen sein sollten. Ich versuche zu Fotografieren – Ergebnisse folgen hier. Leider waren zu viele Wolken hier.

Dragon/ISS/Venus/Merkur/Mond am 27.5.2020

Liebe Himmelsbeobachter,

gemäß Planung startet heute eine Falcon 9 mit der CrewDragon Kapsel und zwei Menschen Richtung ISS. Der Start wäre 22:33 MESZ in Florida – 23 min später würde sie von Westen kommend von uns aus sichtbar sein und zwar zweigeteilt: Die Oberstufe der Rakete und die 10 min vorher davon separierte CrewDragon. UND: geht durch den Mond durch, zumindest für Beobachter in Meggenhofen: 22:56:08 MESZ. Grieskirchen ist schon zu weit nördlich, Pichl geht sich auch aus, Gaspoltshofen ist schon zu weit südlich.

Die genaue Bahn lässt sich ermitteln – hier mit Beispiel Oberndorf/Meggenhofen:

Auf dieser Site können rechts oben andere Standorte eingegeben werden.

Dazu: ISS Überflug bei uns ab 22:23 MESZ aus Westen mit mag -3.8, also 30 min vorher sichtbar – Dragon muss sich sputen, damit diese dort ankoppeln kann.

Weiters: Heute Abend kurz nach Sonnenuntergang (20:52 MESZ) Venus (mit Fernglas Phase mit 1.8% sichtbar) und ca. 7° nacheilend auf Linie Sonne-Venus-Mond der Merkur (vorerst mit Fernglas, aber ab 21:33 MESZ/10° über Horizont auch mit freiem Auge) sichtbar.

Der Mond dazu mit feiner Sichel (25%) rundet das ganze natürlich überkomplett ab…

Schönes Seeing

Kurt Niel

Der Vortrag in örtlicher Nähe wurde verschoben: Faszination Taghimmel

Gerne weisen wir auf einen Vortrag in örtlicher Nähe zur FH Wels hin. Der Vortragende ist Mitglied bei der Kepler Sternwarte/Linz und mehrmaliger Besucher der FH Astros.

Termin – Der Vortrag wurde aufgrund aktueller Maßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben:
Do. 12.3.2020 um 19:30 Uhr im Cordatushaus, Evang. Kirche Wels, Martin-Luther-Platz 1
Siehe auch: http://www.ebw-ooe.at/?tribe_events=faszination-taghimmel

Vortragender:
Dr. Wolfgang Stroh, Wels

Zum Inhalt:
In diesem Vortrag konzentriere ich mich schwerpunktmäßig auf Himmelsphänomene, die tagsüber zu beobachten sind, aber auch die eine oder andere Nachtaufnahme ist dabei. Einige Stichwörter sind Regenbogen, Halo, Nebensonne, Heiligenschein, Kondensstreifen, Brockengespenst, Gewitter, Auf- und Untergänge von Sonne und Mond usw.

ISON hinter Wolken

Komet ISON, allerdings hinter Wolken [Kurt Niel, 2013]

Merkurtransit heute 11.11.19 an FH Wels

Bei erwarteter Aufklarung am Nachmittag könnte heute ab ca. 13:40 Uhr der Merkurtransit – eine Mikro-Ringsonnenfinsternis – beobachtet werden: Im Bauteil A, 4. Obergeschoss wird dazu im Freiraum hinter dem Lifthaus ein Solarscope aufgestellt. Interessenten können einfach kommen oder sich an kurt.niel@fh-wels.at wenden.

Hier die Rückschau der Beobachtung vom 9. Mai 2016:

2016-05-09 14.09.04Merkurtransit20160509

Vortrag an VHS Grieskirchen 21.11.19 19 Uhr

Hier erfolgt eine weitere Ankündigung eines externen Vortrags von DI Kurt Niel und Mag. Elfriede Romankiewicz über die Bildende Kunst in der Renaissance, insbesondere die Entdeckung der räumlichen Wirkung in der Malerei, und die Folgen für die Naturwissenschaft (Bild für weitere Infos anklicken):

VHS2019_MalereiRenaissanceTitel

 

Zum Inhalt:

Die Renaissance ist geprägt durch eine neue naturalistische Darstellungsweise in Landschaft, Portraits, Perspektive. Bis davor eher „flache“ Darstellungen entfalten räumliche Tiefe. Lange Zeit vor der naturwissenschaftlichen/mathematischen Formulierung optischer Gesetze bedienen sich bildende Künstler der Beobachtung und Intuition. Von Giotto di Bondone über Jan van Eyk, Paolo Uccello bis zu Leonardo da Vinci und Michelangelo und anderen wird die Entwicklung anhand derer Werke dargestellt.

FH Astros Weihnachstvortrag 2.12.19

Die FH Astros laden zu einem öffentlichen Weihnachtsvortrag:

Montag 2.12.19 18:00 Uhr an der FH Wels, Hörsaal A2:
„Stern von Bethlehem“ – Erzählungen, Beobachtungen, Astro Historiographie.
(Doris Vickers, Altiphilologin, Wien)

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit taucht er in Geschäften, auf Einkaufsstraßen und als Gebäck auf – der Stern von Bethlehem. Doch was war diese Himmelserscheinung genau? Ausgehend vom Bibeltext, in dem der Stern von Bethlehem beschrieben wird, hanteln wir uns durch die unterschiedlichen Disziplinen (Assyriologie, Bibelkunde, Astronomie, Kulturgeschichte, Chronologie), um dem Himmelsphänomen näher auf die Spur zu kommen.

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Vortrag an VHS Grieskirchen 24.10.19

In Kürze wird das Programm der FH Astros für das aktuelle Wintersemester an der FH Wels erscheinen.

Vorab erfolgt hier eine Ankündigung eines externen Vortrags von Kurt Niel über die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Weltbilds in Grieskirchen (Bild für weitere Infos anklicken):

 

Zum Inhalt:

Die Menschen beobachten seit jeher Vorgänge der Natur und versuchen diese einzuordnen. Die Erklärungsmodelle/Weltbilder basieren dabei auf dem jeweiligen Kenntnisstand, den Messmethoden, den Überlieferungen und der Aussagekraft des Modells. Die Intelligenz (Beurteilungsvermögen) hat sich im Betrachtungszeitraum kaum verändert – lediglich die Werkzeuge wurden wesentlich verfeinert. In diesem Kurs wird die Entwicklung der Weltbilder in einer Zusammenschau dargestellt und diskutiert: Ägyptische Gottheiten Geb/Shu/Nut, Israelitische Erde in Wasserumgebung, Anaximanders freischwebende Scheibe, Ptolemäische Erdezentrik und Kopernikanische Sonnenzentrik und Lemaîtres Urknall sind dabei einige sich entwickelnde Stationen.

Beobachtungsabend Sa 6.7.19 – Absage

Beobachtungsabend Galaxien, Planeten – visuelle Betrachtung mittels Teleskopen, Photographie (Michael Steinbatz, Kurt Niel)

Leider spielt das Wetter nicht ganz mit: „Der Beobachtungsabend steht unter keinem guten Stern“ meint ein Kollege nach der zweiten Absage heuer. Allerdings gibt es keine guten oder schlechten Sterne – es sind die Wolken (auch keine schlechten). Jedenfalls werden wir hier in Folge die nächste Möglichkeit zur Beobachtung ankündigen.

Zu diesem Termin werden wir uns einer öffentlichen Führung der Sternenfreunde Steyr (22 Uhr) anschließen und auch abgesehen davon mit eigenen Geräten (Teleskope, Feldstecher, Fotoapparate) Beobachtungen anstellen.

Der Ort ist „Hohe Dirn“ südlich von Losenstein (etwa 1 h per PKW aus Wels, dann 20 min zu Fuß). Interessenten können sich hier melden: kurt.niel@fh-wels.at.

Wir planen in den kommenden Wochen einen kleinen Beobachtungsabend nahe Tegernbach (zwischen Grieskirchen und Bad Schallerbach) ohne fix montierte Teleskope, allerdings mit Photoausrüstung, Feldstecher, 120/1000 mm Teleskop. Auch hier können sich Interessenten melden: kurt.niel@fh-wels.at.

Messung Nachtstunden – Nokturlabien, Dekane, Grabesinschriften

Vortrag Montag 24.6.19 18:00 Uhr an der FH Wels, Hörsaal A1:
„Nächtliche Zeitmessung: Diagonalsternuhren und Nokturlabien“ – Ägyptische Zeitmessung vor mehr als 4000 Jahren.
(Doris Vickers, Altiphilologin, Wien)

Die alten Ägypter haben das Phänomen der aufgehenden Sterne und Sterngruppen zur Zeitmessung verwendet. Sie haben 36 Sterne oder Sterngruppen definiert (die sogenannten Dekane – weil nach jeweils 10 Tagen ein neuer über dem Horizont aufging), um das ganze Jahr abzudecken. In jeder Nacht gehen nun 12 dieser Sterne und Sterngruppen in regelmäßigen Intervallen auf, sie funktionierten für die ägyptischen Priester und Astronomen wie eine riesige Uhr am Horizont, die die Nacht in 12 Perioden einteilt. Durch die Erdachsenneigung und die unterschiedlichen Jahreszeiten verändert sich die Länge der Nächte und mit ihr die Länge dieser Unterteilungen. Im Laufe der Zeit unterteilten die Ägypter auch den Tag in 12 Abschnitte.

Digaonalsternuhr2
Diagonalsternuhr
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